Chronik der AVE

19. Dezember 1952
Die Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels wurde 1952 als außenwirtschaftliche Interessenvertretung des deutschen Einzelhandels in Köln gegründet – ein Jahr nach dem Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zum Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen, dem GATT.  

Anfang 1953
Die AVE nimmt ihre Tätigkeit auf – das komplizierte Einfuhrverfahren, die Devisenzwangsbewirtschaftung, die Umsatzausgleichssteuer sowie die Einführung des Wertzollrechts sind erste Schwerpunktthemen.

1961
Verabschiedung des Außenwirtschaftsgesetzes – damit wird der Grundsatz der Freiheit im gesamten Außenwirtschaftsverkehr gesetzlich festgeschrieben.

1977
Auf Initiative der AVE wird der europäische Handelsverband Foreign Trade Organisation (FTA) in Brüssel gegründet. Damit legt die AVE den Grundstein für eine stärkere Interessenvertretung des Handels auf europäischer Ebene.  

1982
Der Textil- und Bekleidungssektor spielt wegen der wachsenden handelspolitischen Reglementierung in der außenhandelspolitischen Arbeit der AVE zunehmend eine dominierende Rolle.

1984
Die Aussage der AVE, dass der von der EG ausgehende Protektionismus 300 Mrd. DM im Jahr koste, löst eine engagiert geführte Debatte über den handels- und agrarpolitischen Kurs der Europäischen Gemeinschaft aus.

1996
Die AVE greift erstmals das Thema Sozialstandards – speziell den Bereich der Kinderarbeit – auf. Auf der ersten WTO-Ministerkonferenz in Singapur werden die sogenannten „neuen Themen“ verhandelt.

November 1999
Das AVE-Präsidium verabschiedet einen Verhaltenskodex zur Gewährleistung von Sozialstandards, der auf den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) basiert.

Ab 2000
Ein Jahr nach der AVE-Erklärung zu den „Beschaffungs- und Verhaltensregeln zur Gewährleistung von Sozialstandards“, setzt die AVE unter Beteiligung der Otto-Group konkrete Schritte zur Entwicklung eines AVE-Modells zur Umsetzung der Erklärung in den Lieferländern durch.

Januar 2001
Die AVE ist Gründungsmitglied des vom BMZ initiierten „Runden Tisches Verhaltenskodizes“

November 2002
Das AVE-Sektorenmodell Sozialverantwortung wird implementiert. Dabei geht es vor allem darum, die Arbeitsbedingungen in Zulieferbetrieben  des Einzelhandels, insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern, nachhaltig zu verbessern.

März 2003
Die Business Social Compliance Initiative (BSCI) wird in Brüssel unter dem Dach der FTA gegründet. Sie baut auf dem AVE-Sektorenmodell auf, die AVE und ihre Mitglieder sind die wesentlichen Akteure in der BSCI.

Anfang 2004  
Die AVE setzt sich in der bei der EU-Kommission angesiedelten Hochrangigen Gruppe für Textil und Bekleidung für eine bedingungslose Aufhebung der seit Jahrzehnten bestehenden Textilkontingente ein. In der Tat werden die Quoten zum 1. Januar 2005 aufgehoben.

Sommer 2005  
Die AVE protestiert erfolgreich gegen die von der EU erneut eingeführten Textilquoten gegenüber China. Im letzten Moment gelingt es, massiven Schaden vom deutschen Modehandel abzuwenden.

Januar 2008  
Die gegenüber China immer noch bestehenden Textilquoten werden endgültig abgeschafft. Dies ist auch das Ergebnis der von der AVE vertretenen Forderung nach einer weiteren Liberalisierung des Welthandels.

2012  
Obwohl die AVE nach wie vor für den Multilateralismus im Welthandel steht, befürwortet und gestaltet sie mit Blick auf die festgefahrene Doha-Runde die Aufnahme von Gesprächen der EU mit wichtigen Handelspartnern vor allem im ASEAN-Raum über den Abschluss bilateraler Handelsabkommen.

Frühjahr 2013 
Der Einsturz des Rana Plaza-Komplexes in Bangladesch rückt das Thema Arbeitsbedingungen in den Lieferländern in den Fokus. Die AVE stellt dies vor beachtliche Herausforderungen, denen sie mit gezielten Schritten zur Verbesserung des Brand- und Gebäudeschutzes begegnet.

Januar 2015  
Die AVE verlegt ihren Sitz nach Berlin. Mit dem Umzug der AVE nach Berlin Anfang 2015 ist der Verband im Zentrum des bundespolitischen Geschehens angekommen – mit direktem Zugang zu Ministerien, Bundestag und Botschaften.

Mai 2016  
Der Unionszollkodex tritt in Kraft. An der Formulierung  dieses ersten systematischen Regelwerks des europäischen Zollrechts war die AVE beteiligt.

September 2017
Im September 2017 hat der Handelsverband Deutschland (HDE) die Geschäftsführung der Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels e.V. (AVE) übernommen. Die Kooperation beider Verbände erfolgte unter der Zielsetzung, eine noch wirkungsvollere Vertretung der Branche zu außenwirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Themen zu ermöglichen sowie die Aktivitäten für nachhaltige internationale Lieferketten effizienter zu gestalten.

„Aktive Außenwirtschaftspolitik für weltweit aktive Unternehmen – bei der Öffnung von Märkten wie bei der weiteren Entwicklung der Außenwirtschaftsförderung – kann und wird zusätzliche Wachstumspotenziale mobilisieren und eine weitere Voraussetzung für zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Es ist gut, bei diesem wichtigen wirtschaftspolitischen Vorhaben die Außenhandelsvereinigung des Deutschen Einzelhandels auf unserer Seite zu wissen.“

Wolfgang Clement
Bundesminister a.D. für Wirtschaft und Arbeit

„In einer immer komplexeren Welt gilt es die freiwillige Selbstverpflichtung der Unternehmen und Multi-Stakeholder-Initiativen zu unterstützen, anstatt auf passgenaue, oft viel zu statische gesetzliche Regelungen, zu vertrauen.“

Dr. Matthias Händle
Präsident der AVE